Shirts bedrucken mit Inkodye

Inkodye 09 20150908Vor einer Weile bin ich bei meinem Lieblingsfotochemielieferanten auf Inkodye von Lumi gestoßen, einem Färbemittel das auf Licht reagiert. Auf Textilien (oder Holz, oder Papier, oder …) aufgetragen färbt es bei Kontakt mit Licht, deckt man Teile ab erhält man, logischerweise, die Kontur. Im Grunde ist das vergleichbar wie das Belichten von Abzügen von Negativen in der analogen Fotografie. Wenn man z.B. auf eine Overheadfolie ein Foto druckt, kann man so das Foto auf das Shirt „drucken“. Aufgepasst, das Motiv muss natürlich invertiert und Schwarzweiß sein.

Da ich eh nochmal Entwickler und Fixierer bestellen musste, hab ich gleich mal ein paar Snappacks, quasi kleine Probepackungen, mitbestellt, um das endlich mal selber ausprobieren zu können.

Das Video von Lumi erklärt den Prozess nochmal:

Lumi – Print with Light from Lumi on Vimeo.

Ich hab den Entwicklungsprozess meines ersten Versuchs mal dokumentiert, was letztlich zu einer kleinen Anleitung geführt hat.

1. Utensilien

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Was braucht man?

Klar ein Shirt, oder anderes Produkt auf dem das Motiv aufgetragen werden soll.

Daneben:

  • Inkodye Snappack in beliebiger Farbe
  • Pappe, die in das Shirt gesteckt wird, zum Einen um zu verhindern, dass die Farbe auf die Rückseite durchläuft, zum Anderen um später die Vorlage zu fixieren
  • Vorlage (Overheadfolie bedruckt mit Wunschmotiv)
  • Multiclips und Pinnadeln um Pappe, Shirt und Druckvorlage zu fixieren
  • Malerband und Schere um den Druckbereich einzugrenzen, wobei das natürlich vom gewünschten Endergebnis abhängig ist
  • Pinsel um die Farbe gleichmäßig zu verteilen
  • Küchenpapier mit der man die überschüssige Farbe abtupft

2. Vorlage

Ich hab mich hier für ein Foto von MCA (Adam Yauch) von den Beastie Boys entschieden. Das Foto der englischen Wikipedia find ich ziemlich cool, zudem verwende ich das schon seit Jahren, in einer Schwarzweißvariante, als Schreibtischhintergrund.

Schwarzweißversion, anschließend invertieren und freistellen? Für einen Mediengestalter natürlich kein Problem.
Nur immer dran denken, was schwarz in der Vorlage ist, wird später weiß im Endprodukt, und umgekehrt. Ich wollte einen weißen Hintergrund, daher das freistellen und der schwarze Hintergrund.

MCA-invert

3. Die Pappe in das Shirt stecken und mit den Multiclips fixieren, damit nix verrutscht

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4. Mit Kreppband die Motivfläche eingrenzen

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5. Inkodye-Snappack gut schütteln, öffen und verteilen

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5. Mit dem Pinsel gleichmäßig verteilen, anschließend mit Küchenpapier abtupfen, da überschüssige Farbe dazu führt, dass das Motiv sich nicht richtig entwickelt

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6. Vorlage auf die Farbe auflegen und mit Pinnadeln fixieren

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7. Das Ganze in die Sonne legen. Inkodye reagiert auf UV-Licht, aber braucht richtig viel davon. Am einfachsten in die Sonne legen*. An sonnigen Tagen reichen ca. 15 Minuten aus. Da muss man aber wohl etwas experimentieren, wenn’s nicht so strahlt

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*die Alternative ist eine UV-Lampe mit minimum 400 Watt.

8. Wenn das Shirt fertig belichtet und die Inkodye-Farbe sich entwickelt hat, sieht das in etwa so aus. Bei mir hat just als die Farbe verteilt war der Himmel sich dunkelgrau gefärbt, so dass ich die Entwicklungszeit deutlich verlängert habe, vielleicht auch zu lange. Dafür experimentiert man ja 😉

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9. Das fertige Shirt nach zwei Wäschen, idealerweise mit Inkowash (hier aber ohne)

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Ich find das ist ganz cool geworden, vielleicht nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt habe, aber ich weiß jetzt mehr worauf ich achten muss, und was ich besser machen kann. (Primär: mehr Sonne)

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